CDU Ratsfraktion Gelsenkirchen

Neuaufstellung des Gelsenkirchener Sports

Rede des sportpoltischen Sprechers Andreas Batzel 

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

verehrte Stadtverordnete,

sehr geehrte Zuschauerrinnen und Zuschauer!

 

Heute ist ein wichtiger – vielleicht historischer -Tag für den Gelsenkirchener Sport!

Die Bedeutung des Sports als Querschnittsaufgabe der Kommune und auch Teil der Stadtentwicklung ist uns als CDU sehr bewusst. Sport ist ein enorm wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in unserer Stadt und erfüllt vielfältige Funktionen – bspw. in den Bereichen Integration, Teilhabe, Bildung, Freizeit- und Erholungszwecke.

Und weil wir uns dieser Bedeutung sehr bewusst sind, haben wir bereits im ersten Haushalt nach der Kommunalwahl entsprechende Schwerpunkte gesetzt.
Neben weiteren zentralen Themen – wie Neuaufstellung der Wirtschaftsförderung, Sicherheit und Ordnung durch bspw. Ausbau des KOD – haben wir bewusst auf eine Analyse der Sportverwaltung bzw. des „Gelsensport-Modells“ gesetzt.

Wieso haben wir das gemacht?

Nun ich denke wir alle wissen, dass in der Entwicklung der Gelsenkirchener Sportlandschaft Nachholbedarf besteht.     


Mir tut es im Herzen weh, wenn ich mir den Zustand manch einer Sportstätte in unserer Stadt ansehen muss. Und mein schlechtes Gefühl wird nicht besser, wenn ich beobachten muss, dass es an vielen Stellen zu langsam oder gar nicht vorangeht.


Wenn uns über Jahre hinweg Vereinsvertreter - die ehrenamtlich mit sehr viel Zeiteinsatz und Engagement bei der Sache sind - erklären, dass die vorhandene Struktur nicht in Ordnung ist. Dass die Kommunikation schwierig ist und Vereinsvertreter schildern, wie sie mit wichtigen Anliegen nicht vorankommen, weil sie entweder gar keine Antwort bekommen oder gegenseitig auf Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten verwiesen wird.    

Wenn dann noch hinzukommt, dass Sportlerinnen und Sportler schildern, dass umliegende Städte auch in Sachen moderner Sportstätten wie bspw. Kunstrasenplätze besser aufgestellt und Gelsenkirchen droht „abgehängt“ zu werden.

Dann ist doch ein Handeln zwingend erforderlich!


Dann kann das gefahrene System in Gelsenkirchen – das sich in vergleichbarer Form nirgendwo anders finden lässt – nicht mehr gut sein!

Es war daher richtig, sich dem Thema anzunehmen. Und auch genauso anzunehmen, wie wir es getan haben.

 

Erlauben Sie mir an dieser Stelle einen kurzen Rückblick:
Einige Zeit nach der erwähnten Einstellung der Mittel für eine Analyse kam Unruhe in der Stadtgesellschaft auf. Unruhe, die allein durch Gelsensport und dem Verhalten der damaligen Verantwortlichen verursacht worden ist.


Es kam zu kontroversen Debatten, die leider in Teilen auch wegführten von einer sachlichen Auseinandersetzung.          Wir haben anschließend gemeinsam mit unserem Kooperationspartner einen umfassenden Antrag für die Sondersitzung des Sportausschusses April 2021 vorbereitet. Dieser wurde - trotz hitziger und leider teilweise auch unsachlicher Debatte – einstimmig angenommen und zog eine ergebnisoffene Analyse des Gelsensport-Modells durch eine Unternehmensberatung nach sich.

Wir als CDU hatten von Beginn an das Große und Ganze im Blick: Uns ging es um die Frage, wie wir Verbesserungen für den Gelsenkirchener Sport herbeiführen können!

Die Ergebnisse bestätigten die vorhandene Kritik. Als Schwachstellen wurden explizit genannt:

- Interessenskonflikte bei städtischem Personal

- Uneinigkeit bzgl. Verantwortlichkeiten

- Schnittstellen abhängig von persönlichen Kontakten

- Mangelnde Durchsetzungskraft in Verwaltung durch Verlust von Verwaltungswissen und Vernetzung

- Gelsensport nicht in allen relevanten Bereichen der Verwaltung als potentieller Partner angesehen

- usw.

Die Stärken ließen sich viel schneller aufzählen!

Die Empfehlungen der Sachverständigen werden durch die heute zum Beschluss stehende Vereinbarung umgesetzt. Darüber – und auch über den Umstand, dass die Vereinbarung einvernehmlich zwischen Gelsensport und der Verwaltung getroffen wurde, dass beide Seiten konstruktiv mitgearbeitet haben – freuen wir uns sehr!

Lassen Sie uns Gelsensport als Stadtsportbund mit den Aufgaben betrauen, die einem Stadtsportbund in erster Linie zustehen:
Sprachrohr für die Vereine und beratende Funktion im Sport!

Und lassen Sie uns die Verwaltung doch mit den Aufgaben betrauen, die der Verwaltung originär zustehen:     
Finanzierung, Baumaßnahmen, Sportstättenvergabe!


Hier lassen sich doch auch die Schnittstellen zu der Bauverwaltung besser nutzen!
Wir begrüßen im Übrigen sehr, dass in der Planung einer Stabstelle Sport auch eine technische Stelle für Sportbaumaßnahmen mitgedacht wird. Wir würden eher noch mehr Stellen dafür empfehlen!

Für eine erfolgreiche Entwicklung des Sports bedarf es einer modernen und gut aufgestellten Sportverwaltung.

Und mit dieser Vereinbarung gehen wir einen wichtigen Schritt hin zu einer Struktur zum Wohle des Gelsenkirchener Sports. So, wie es sich Sportler, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger seit Jahren wünschen!

Zum Schluss muss eine Frage jedoch auch erlaubt sein, meine Damen und Herren: Wieso nicht vorher?

Das Modell hatte 1994 womöglich eine Berechtigung. Aber war es sinnvoll 30 Jahre damit zu warten, eine Analyse durchführen zu lassen? Bei all der Kritik, die immer wieder herangetragen worden ist? Wir hätten dieses Vorgehen gerne auch schon eher angestoßen!

Wir sind keine Besserwisser. Aber wir haben eine klare Vorgehensweise:
- Probleme erkennen und benennen      
- eine sachorientierte Analyse mit gebotener Transparenz und Diskussion durchführen
- und anschließend zum Wohle der Stadt entscheiden.         


Daran wollen wir uns auch in Zukunft messen lassen, meine Damen und Herren!

Wir werden auch die zukünftige Ausgestaltung genau beobachten und zeitnah Nachbesserungen einfordern, wenn wir diese für sinnvoll halten. Wir versprechen, dass wir weiter am Ball bleiben!

An dieser Stelle wünschen wir den Beteiligten viel Erfolg und gutes Gelingen! Jetzt gilt es die Vereinbarung mit „Leben zu füllen“!

Liebe Sportlerinnen und Sportler, liebe Vereinsvertreter, es wird nicht von „jetzt auf gleich“ alles besser werden.

Aber in Zukunft werden Sie auf eine gute Verwaltungsstruktur mit klaren Zuständigkeiten treffen! Das ist gleichzeitig die Ausgangsbasis für das Angehen des viel zu großen Sanierungsstaus der Sportanlagen! Diesen werden wir nun priorisiert angehen!

Wir sind uns sicher, dass wir mit dem heutigen Beschluss die richtigen Rahmenbedingungen zum Wohle des Gelsenkirchener Sports legen!

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!