CDU Ratsfraktion Gelsenkirchen

Offener Brief an den Stadtverordneten Brückner

Gesamtschule Ückendorf – „Zurück zu den Wurzeln?“
 

 

Sehr geehrter Herr Brückner,
 
wer eine kontroverse Position vertritt, der muss mit Gegenwind leben. Das kann ich und dazu bin ich auch bereit: Da es dem Wohl unserer Kinder dienen soll. Besser eine kontroverse Debatte über die Zukunft der Gesamtschule Ückendorf (GSÜ) als weiterhin zuzuschauen.
 
Seit knapp zehn Jahren bin ich nun bildungspolitischer Sprecher der CDU, also Vertreter der Opposition in unserer Stadt, davon war ich fünf Jahre ortskundiger Unionsvorsitzender im lebenswerten Stadtteil Ückendorf. So weiß ich also, wovon ich rede und mir ist sehr daran gelegen, die bestmögliche Entwicklung der Schüler zu ermöglichen.
 
Ich erinnere hier zunächst einmal an das Jahr 2008. Auch damals schon war es das Image der GSÜ welches dazu führte, dass in einem Interview der WAZ mit dem damaligen Schülersprecher Mehmet Yasan dieser sehr bemüht war, pro GSÜ zu argumentieren.
 
Im Herbst 2011 hielt es dann die Stadtverwaltung für erforderlich, mit der kommunalen Politik, einen Projektbeirat unter der Moderation von Herrn Rybarski einzusetzen, um den Ruf der Schule durch zahlreiche Maßnahmen zu verbessern.
 
Nach einem Jahr intensiver Arbeit zahlreich engagierter Mitstreiter, eben auch aus dem Ausschuss für Bildung (Frau Rudowitz, Herrn Jacob beide SPD und Herrn Winkelkötter, CDU) wurde mit der 5. Projektsitzung der Abschlussbericht des Moderators als Zwischenbericht für den genannten Ausschuss gehalten und der Staffelstab an die Schulleitung übergeben.
 
Erarbeitet wurden Berufsprofile für die Schüler der GSÜ, Kooperationsverträge mit den Berufskollegs wurden geschlossen, ein Rahmenkonzept für die zukünftige Öffentlichkeitsarbeit wurde verabschiedet.
 
Und? Was ist seitdem passiert? Nichts, mit Ausnahme einer einzigen weiteren Projektsitzung im Januar 2013! Was hat also der Aufwand gebracht? Ebenfalls nichts! Siehe die aktuellen direkten Anmeldezahlen an der GSÜ.
 
Ist es zu viel verlangt Antworten zu erhalten, wenn die Kommunalpolitiker regelmäßig die Frage nach dem Stand der Entwicklung der GSÜ stellen? Nein! Folglich: Jetzt reicht es!
 
Wenn man sich Jahr für Jahr die Schülerjahresstatistik anschaut, zudem die Frage nach der Fluktuation bzw. die Krankenstandsentwicklung der Lehrer aufruft, so ist es keine Nestbeschmutzung die mich antreibt, sondern die Frage nach dem: Weiter so...?
 
Nein, nicht weiter so mit der Gesamtschule in Ückendorf.
 
Und was sind die Alternativen? Hier ist zunächst in erster Linie die Stadtverwaltung, also Dr. Beck gefordert, Vorschläge zu machen. Ich erinnere aber in diesem Zusammenhang auch gerne an meinen Vorschlag aus dem Jahr 2009 den Standort an der Bochumer Straße zu einem Oberstufenzentrum zu entwickeln und eine neue Gesamtschule in der Stadtmitte zu gründen. Denkbar ist aber auch ein Neuanfang durch die Rückkehr zu einem Schulzentrum mit je einer funktionierenden Hauptschule, einer Realschule und einem Gymnasium. Die Durchlässigkeit des gegliederten Schulsystems in NRW macht auch dies möglich. Nur wer bereit ist Querzudenken und vor allem zu Handeln, schafft optimale Voraussetzungen für die Kinder in unserer Stadt.
 
Ich freue mich nun auf die weiteren Diskussionen, nachdem das Thema endlich auch in den öffentlichen Mittelpunkt rückt und nicht zugekleistert wird.
 
Mit einem freundlichen Glückauf
Ihr
Frank Winkelkötter